Patrick Weisser vom KSV Bad Aibling e. V. auf Platz 3 in Duisburg
Patrick Weisser vom Kampfsportverein Bad Aibling ging bei der diesjährigen Deutschen Einzelmeisterschaft der Männer und Frauen in Duisburg an den Start, und zwar in der Gewichtsklasse bis 66 kg, dem Halbleichtgewicht.
Er fand sich in einem starken Feld wieder. 29 Athleten, die besten Deutschlands, gingen ins Rennen.
Im ersten Kampf stand Patrick Weisser Max Oesterwind vom Judo-Club Oberthal gegenüber. Weisser fand trotz der vorangegangenen Gewichtsreduktion, um die angestammte Klasse zu erreichen, gut in das Turnier und ging mit einer mittleren Wertung für einen tiefen Schulterwurf in Führung. Oesterwind setzte alles auf eine Karte und griff an. Dies nutzte Weisser geschickt aus, hob seinen Gegner aus, warf ihn mit einem krachenden Hüftwechselwurf auf die Matte und holte sich den vorzeitigen Sieg, der für den weiteren Kampfverlauf, vor allem psychologisch sehr wertvoll war.
In der zweiten Runde ging es für Weisser gegen Liam Herrmann vom Judo-Team Hannover. Die Begegnung war lange ausgeglichen. Nach Ende der regulären Kampfzeit von 4 Minuten stand es unentschieden. Es ging in die Verlängerung, in der die erste Wertung entscheidet. Dort konnte Patrick Weisser einen Selbstfallwurf geschickt ansetzen, eine kleine Wertung holen und sich den Sieg und den Einzug in die nächste Runde sichern.
Dort stand ihm Ilyas Vinayev vom JC Bottdrop 66 gegenüber, ein hoch aufgeschossener und unangenehmer Gegner. Weisser gelang eine mittlere Wertung für eine Kontertechnik und eine weitere kleine Wertung für einen Umdreher, sodass er nach der regulären Kampfzeit souverän als Sieger feststand und in das Halbfinale einzog.
Im Halbfinale wartete mit Nicolas Kunze, der Deutsche Meister des letzten Jahres, vom MTSV Aerzen auf den Aiblinger. Weisser agierte engagiert und couragiert. Er griff an, jedoch verlor er das Gleichgewicht, Kunze übernahm es und bekam für diese Konterwurftechnik eine Wertung, die er mit einem anschließenden Festhalter siegreich abschließen konnte. Weisser verlor die Begegnung und zog in die Trostrunde ein, in der man noch Dritter werden konnte und so suchte dort seine Medaillenchance.
Im Kampf um Platz 3 ging Patrick Weisser gegen Felix Winter vom TSV München Großhadern auf die Matte. Nach relativ kurzer Kampfzeit bekam Weisser einen starken Schlag gegen den Kopf, der ihn benommen machte und im weiteren Kampfverlauf erheblich beeinträchtigte. Doch mit tapferem Kämpferherz gelang Weisser ein tiefer Schulterwurf – etwa zur Hälfte der Kampfzeit – der mit einer kleinen Wertung belohnt wurde. Es blieben jedoch noch zwei Minuten auf der Uhr, zwei lange Minuten. Felix Winter kämpfte couragiert und griff immer wieder an. Weisser suchte sein Heil in der Defensive und musste auch eine Strafe hinnehmen. Dennoch gelang es dem 25-Jährigen aus Bad Aibling, den Kampf routiniert über die Kampfzeit zu bringen und am Ende mit der kleinen Wertung zu gewinnen.
Der Lohn für die starken fünf Kämpfe stand nun fest: die Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften 2026.
Der für die Kampfgemeinschaft Aibling-Grafing in der zweiten Bundesliga an den Start gehende Mukhamed Takhaev vom TuS Töging ging in Duisburg ebenfalls in der Gewichtsklasse bis 66 kg an den Start. Er belegte einen starken siebten Platz. Der erst 18-jährige Athlet zeigte dabei schönes Judo und das für ihn charakteristisch große Kämpferherz. Takhaev wird am Wochenende im Aufgebot der KG Aibling-Grafing gegen Aufsteiger Nürnberg in der zweiten Bundesliga auf der Matte stehen.
Denis Weisser, Vater von Patrick Weisser kommentierte: „Herzlichen Glückwunsch an beide Athleten! Patrick hat heute einen wirklich starken Wettkampf gezeigt. Er hat vier seiner fünf Begegnungen mit schönen und vielseitigen Techniken gewonnen, er bewies großes Kämpferherz und biss die Zähne zusammen, trotz der Schmerzen. Ich freue mich sehr für ihn, dass es einmal wieder eine Medaille bei Deutschen Meisterschaften geworden ist. Nach den tollen Ergebnissen von zuletzt – Silber beim internationalen Turnier im belgischen Visé und einem sehr guten fünften Platz bei den European Open in Sarajevo 2025, steht jetzt eine weitere Medaille zu Buche, das ist absolut Klasse! Patrick ist nun 219. der Weltrangliste der Internationalen Judo Föderation IJF.“
Viel Zeit, Auszuruhen bleibt dem KSV-Athleten nicht. Die bayerischen Judoka reisten noch unmittelbar nach Wettkampfende von Duisburg zurück nach München und bereits am nächsten Tag ging es ins Trainingscamp nach Porec in Kroatien. Dort wird man bis Freitag bleiben, um dann wieder zurück nach Deutschland zu reisen, denn bereits am Samstag steht für Patrick Weisser die nächste Judomaßnahme an, ein Bundesligaeinsatz für den TSV Abensberg.
KSV-Vorstand Denis Weisser: „Es ist schon enorm, was die Burschen leisten müssen: Gewicht machen, internationale Reisen, harte Wettkämpfe auf höchstem Niveau, Trainingscamps, etc. Und das Tag für Tag ohne Pause. Aber wer vorne dabei sein will, muss dieses hohe Tempo gehen und dieses intensive Programm absolvieren. Ich freue mich sehr über seine Bronzemedaille aus Duisburg!“
Text: Denis Weisser
Bilder: KSV Bad Aibling und Falk Scherf