Kampfgemeinschaft Aibling-Grafing weiter ungeschlagen

Emotionale Momente in Bad Aibling

Die Judo- Kampfgemeinschaft Aibling-Grafing bleibt auch am 4. Kampftag der zweiten Judo Bundesliga ungeschlagen. Dabei erwies sich der Aufsteiger aus Heubach als der erwartet unangenehme Gegner, der den Oberbayern in vielen engen Kämpfen einiges abverlangte. Durch den letztendlich eindeutigen 11:3 Sieg festigt das Team der Coaches Martin Garic und Florian Speigel seinen Platz im Rennen um die Zweitligameisterschaft.

Heubach hatte sich zuvor bereits den Spitzenteams aus Sindelfingen und Großhadern als unangenehmer Gegner erwiesen. Nachdem sich am letzten Kampftag gegen den VfL Sindelfingen einige Leichtigkeitsfehler im Team der Kampfgemeinschaft eingeschlichen hatten, erwarteten die Verantwortlichen von ihren Kämpfen gegen Heubach deshalb eine klare Leistungssteigerung.

Nach technischen Schwierigkeiten begann der Kampf mit fast einer Stunde Verspätung. Eine mental höchst herausfordernde Situation für die Kämpfer. Der erste, der sich anschickte, den Worten der Trainer, allen Umständen zum Trotze, Taten folgen zu lassen war der Franzose Mohamed Rouahi. Der im Schwergewicht startende Franzose, seit zwei Jahren einer der absoluten Punktegaranten des Teams, ließ seinem Heubacher Gegner Manfred Greisinger keine Chance und siegte bereits nach 35 Sekunden Kampfzeit. In der Gewichtsklasse -81kg kam der erst 17-jährige Aleksandr Simonov zu seinem Debüt Einsatz für die KG. Simonov, Starter unter anderem bei Junioren Welt- und Europameisterschaften, siegte ähnlich souverän wie Rouahi nach 45 Sekunden Kampfzeit und stellte somit auf 2:0 aus Sicht der Gäste. Im dritten Kampf des Tages bis 100 kg startete Philipp Ampletzer gleich zwei Gewichtsklassen über seinem eigentlichen Limit gegen den starken Axel Kohler. Ampletzer zeigte einen taktisch stark geführten Kampf, in dem er sich seinem deutlich schwereren Gegner tief in der Verlängerung jedoch geschlagen geben musste. Für ein echtes Spektakel sorgte dann Youngster Muhamed Tachaev (-66 kg). Der ebenfalls erst 17-jährige Tachaev warf seinen Heubacher Gegner in den ersten 28 Sekunden des Kampfes gleich dreimal, was in Summe im Sieg für Tachaev resultierte. In der Gewichtsklasse -90 kg musste Hendrik Eichner gegen seinen starken Gegner über die volle Kampfzeit von 4 Minuten alles geben, unterlag jedoch knapp mit einer kleinen Wertung. Ebenfalls alle Hände voll zu tun hatte Ian Störmer (-73 kg) gegen Luca Guilbaut. Störmer bestätigte gegen seinen unangenehm kämpfenden Gegner seiner starke Saison-Form und besiegte ihn 3 Sekunden vor Schluss mit Ippon. Maxim Weisser (-60 kg) stellte im letzten Duell der Hinrunde im nächsten hart umkämpften Duell auf den Halbzeitstand von 5:2 für die Kampfgemeinschaft.

„Der Punkt von Maxim zum 5:2 war sehr wichtig für den Kopf! Damit konnten wir Heubach deutlich auf Abstand halten und ihnen ein wenig den Glauben an einen möglichen Sieg nehmen, was gerade bei solch engen Duellen ausschlaggebend sein kann.“ ordnet Speigel die Ereignisse ein. Die Regeln der Judo Bundesliga sehen vor, dass zur Halbzeit mindestens 2 Kämpfer jedes Teams ausgetauscht werden müssen. Da die KG mit einer kleinen Delegation nach Heubach reiste, waren die Wechsel bereits im Vorfeld absehbar. Für Aleksandr Simonov kam David Kuttalek (-81 kg) ins Team und Hendrik Eichner wurde durch Robert Buendowski (-100 kg) ersetzt.

Für den ersten Punkt der Rückrunde sorgte erneut Mohamed Rouahi im Schwergewicht. Der Franzose besiegte dabei den zuvor noch in der Gewichtsklasse -100 kg kämpfenden Axel Kohler im Bodenkampf. Der neu ins Team gerückte David Kuttalek musste gegen Kai Klein zunächst eine kleine Wertung gegen sich hinnehmen. Kuttalek ließ sich davon jedoch nicht beirren, kämpfte sich über eine eigene kleine Wertung zurück in den Kampf und beendete diesen in der Verlängerung mit einer mittleren Wertung erfolgreich. Der ebenfalls neu ins Team gerückte Robert Buendowskis siegte gegen Tobias Wirth im Bodenkampf und stellte mit seinem Sieg auf 8:2 für die Kurstädter. Durch den 8. Punkt war der Sieg für die Kampfgemeinschaft rechnerisch sicher, was ob der Situation Jubelstürme und Erleichterung beim Team auslöste. Nach seiner Machtdemonstration in der Hinrunde musste Muhamed Tachaev in seinem zweiten Duell gegen Niklas Böhm deutlich härter arbeiten. Böhm erwies sich als hartnäckiger Verteidiger, Tachaev wiederum als hartnäckiger Angreifer. Bevor Tachaev nach 3:35 min der entscheidende Wurf gelang, füllte er das Scoreboard bereits mit zwei kleinen und einer mittleren Wertung, sowie einer Strafe für seinen Gegner. In der Rückrunde wurde Philipp Ampletzer nur noch eine Gewichtsklasse höher eingesetzt und zeigte erneut eine beherzte Leistung. Wie im ersten Duell musste er sich jedoch weit in der Verlängerung seinem Gegner beugen. Das zwischenzeitliche 3:9 sollte der letzte Punkt des Tages für die Gastgeber bleiben. Erneut waren es Ian Störmer (-73kg) und Maxim Weisser (-60kg) die für ihr Team punkteten. Störmer besiegter seinen unorthodox kämpfenden Gegner nach minimalen, anfänglichen Schwierigkeiten letztendlich souverän. Weisser musste sich nahezu durch die gesamte Kampfzeit beißen, ehe auch er Sekunden vor Ende der Kampfzeit vorzeitig mit einem großen Innensichel-Fußwurf vorzeitig, mit „Ippon“ gewann.

Durch den klaren Sieg bleibt die KG weiter erster Verfolger hinter Tabellenführer Großhadern, die jedoch schon einen Kampftag mehr ausgetragen haben.

„So ein 11:3 Sieg wirkt auf den ersten Blick sehr eindeutig, jedoch mussten wir uns heute nahezu alle Punkte hart erarbeiten. Dass wir fast alle knappen Duelle für uns entscheiden konnten, zeigt, dass das Team auch mental endgültig im Leistungssport angekommen ist, wo besonders in schwierigen Situationen oft der Kopf entscheidet. Dass die Jungs alle miteinander trotz der Zeitverzögerung den Fokus aufrecht halten konnten, war heute gegen starke Heubacher entscheidend. Ich bin unglaublich stolz auf die gesamte Mannschaft und die gezeigte Leistung.“ schwärmt Coach Garic regelrecht.

Im kommenden Duell erwartet die Kampfgemeinschaft im heimischen Bad Aibling am 13.06.2026 den zweiten Aufsteiger der Saison aus Nürnberg. Gegen Nürnberg will die KG ihrer Favoritenrolle gerecht werden und den nächsten Heimsieg einfahren.

Text:      Martin Garic

Bilder:   Paul Ampletzer sen.

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