Aibling-Grafing feiert Sieg gegen Traditionsverein Sindelfingen

Platz 2 beim Judo-Heimkampf in Grafing

Die Männer der Kampfgemeinschaft Aibling-Grafing gewinnen auch ihre dritte Begegnung in der 2. Judo-Bundesliga und bleiben damit weiterhin ungeschlagen. Gegen den VfL Sindelfingen, einen ehemaligen Erstligisten und großen Namen im deutschen Judosport, steht am Ende ein deutliches 9 : 5 auf der Anzeigetafel. In der Vorsaison hatte die Kampfgemeinschaft gegen denselben Gegner noch mit 6 : 8 verloren – umso wertvoller ist die diesjährige Revanche, durch die die Oberbayern auf den zweiten Tabellenplatz klettern. Auch wenn die Verantwortlichen wissen, dass noch nicht alles rund lief, überwiegt die Freude über den historischen Erfolg.

„Das Ergebnis ist absolut verdient, auch wenn wir sicher nicht unseren besten Tag erwischt haben. Gegen Sindelfingen zu gewinnen – einen Verein, der jahrelang in der 1. Bundesliga gekämpft hat – ist trotzdem etwas Besonderes für uns“, ordnet Martin Garic ein, neben Florian Speigel einer der zwei KG-Coaches. Dass der VfL Sindelfingen mit einer ersatzgeschwächten Mannschaft in die Jahnsporthalle nach Grafing reiste, machte die Aufgabe nicht unbedingt leichter: „Die Jungs haben mit einem stärker besetzten Gegner gerechnet. Ich glaube, dadurch ging einigen vor dem Kampf etwas der Fokus abhanden“, meint Speigel und ergänzt: „Manchmal ist es schwerer, einen vermeintlich schwächeren Gegner zu besiegen als einen starken. Aber am Ende zählt: Letztes Jahr haben wir gegen genau diesen Gegner verloren – dieses Jahr haben wir gewonnen. Das ist eine klare Entwicklung.“

Mohamed-Montassar Rouahi mit einem fulminanten Wurf
Mohamed-Montassar Rouahi mit einem fulminanten Wurf

Dass die Kampfgemeinschaft an diesem Tag nicht immer auf Höchstniveau agierte, zeigte sich gleich im ersten Kampf des Tages in der Gewichtsklasse – 73kg. Ian Störmer fand nur schwer in den Kampf und musste früh eine kleine Wertung gegen sich hinnehmen. Den Weckruf nahm Störmer jedoch dankend an und setzte sich nach zweieinhalb Minuten vorzeitig durch – Wettkampfstärke, wenn es darauf ankommt. Maxim Weisser (-60 kg) und Mohamed-Montassar Rouahi (+100 kg) stellten im Anschluss souverän auf 3 : 0 für die Gastgeber.

Mukhamed Takhaev mit einem schnellen Fußwurfansatz
Mukhamed Takhaev mit einem schnellen Fußwurfansatz

Mukhamed Takhaev (-66 kg) musste sich Leon Koch geschlagen geben. „Momo hat im ersten Durchgang nicht zu seinem Judo gefunden. Das ist in erster Linie schade für ihn selbst, denn er ist extrem ehrgeizig und hat Talent für drei. Aber man darf nicht vergessen, dass der Junge gerade 17 Jahre alt geworden ist – da sind Schwankungen völlig normal“, so Garic. In der Gewichtsklasse -100 kg gab der Österreicher Michael Niederdorfer ein glänzendes Debüt für die Kampfgemeinschaft. In knapp über einer Minute ließ er seinem Gegner Nils Ruhland keine Chance und siegte ungefährdet. Philipp Ampletzer zeigte in seiner neuen Gewichtsklasse -81 kg eine der besten Leistungen des Tages. Souverän und routiniert besiegte er Mensur Osmani durch eine schöne Kombination an Techniken im Bodenkampf. Im Anschluss siegte auch Robert Barwig (-90 kg) souverän im Boden und sorgte für ein komfortables Halbzeitergebnis von 6 : 1 für die Hausherren.

Robert Barwig bärenstark im Boden
Robert Barwig bärenstark im Boden

Den Sieg zum Greifen nahe, wechselte die Kampfgemeinschaft ihr Team zur Pause ordentlich durch und gab jungen Kämpfern Einsatzzeit. Der 18-jährige Maalik Heilmann kam in der Gewichtsklasse -73 kg zu seinem Zweitliga-Debüt, musste sich dabei jedoch Alexander Stromberger geschlagen geben. Alexander Klaus-Sternwieser (-60 kg) sorgte für den 7. Punkt für die Kampfgemeinschaft, wodurch aus Sicht der Gastgeber mindestens ein Unentschieden sicher war. Für einen kurzen Schreckmoment sorgte dann die überraschende Niederlage von Michael Niederdorfer im Bodenkampf. „Mit dem Sieg von Michi haben wir fest gerechnet. Das war sicher eine Frage der Konzentration“, gibt Team-Manager Robert Buendowski zu. Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Nachwuchstalent Takhaev machte im Rückkampf gegen Leon Koch die Niederlage aus der Hinrunde wett und sicherte mit dem entscheidenden 8. Punkt den Sieg für die Oberbayern – ein starkes Zeichen des 17-Jährigen. Zoltan Pilmayer rückte in der Gewichtsklasse -100 kg ins Team und erhöhte sicher auf 9 : 3. Moritz Schmidtke (-81 kg) und Kevin Miller (-90 kg) zeigten im Anschluss beherzte Leistungen, unterlagen ihren jeweiligen Gegnern jedoch knapp.

So stand nach der Niederlage aus der Vorsaison nun ein klarer 9 : 5-Sieg für die Gastgeber auf der Anzeigetafel – der erste Sieg der Vereinsgeschichte gegen einen ehemaligen Erstligisten. „Den Sieg und die Punkte nehmen wir sehr gerne mit. Es war sicher nicht unser stärkster Auftritt, aber gegen einen großen Namen wie Sindelfingen zu gewinnen, nachdem wir letztes Jahr noch verloren haben – darauf können die Jungs stolz sein. Jetzt analysieren wir, was wir besser machen können, und genießen den Sieg“, sind sich die Verantwortlichen einig.

Weiter geht es für die Kampfgemeinschaft in vier Wochen auswärts gegen den Aufsteiger vom Judozentrum Heubach. Mit drei Siegen aus drei Kämpfen und der weißen Weste im Gepäck schickt sich die KG an, dort den vierten Saisonsieg einzufahren.

Text:      Martin Garic und Florian Speigel

Bilder:   KSV Bad Aibling e. V.

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