KSV-Judoka nach Verletzungspause stark zurück in Belgien
Im belgischen Visé fanden die „Belgien Open“, ein stark besetztes, internationales Einzelturnier im Judosport, statt. Patrick Weisser vom Kampfsportverein Bad Aibling e. V. durfte hier als einer von 70 Teilnehmern in der Gewichtsklasse -66 kg an den Start gehen.
Nach fast einem Jahr verletzungsbedingter Pause bestand trotz zuletzt starker Leistungen bei den letzten Turnieren in Sarajevo, Bosnien-Herzegowina und Sindelfingen die Sorge, es würde noch an der erforderlichen Kampfroutine fehlen.
Doch momentan ist eher das Gegenteil der Fall. Gute Trainingsleistungen und seine aktuellen Erfolge sprechen dafür, dass die Pause mitunter auch hilfreich gewesen war.
So ging er in Belgien topmotiviert im Halbleichtgewicht, der Gewichtsklasse bis 66 kg an den Start und konnte fünf seiner sechs Kämpfe mit sehenswerten Techniken und vorzeitig gewinnen.

Lediglich der letzte Kampf und damit der Turniersieg gingen an seinen aserbaidschanischen Konkurrenten Yashar Najafov, unter anderem bereits Sieger eines Grand-Slam-Turniers des Welt-Judoverbands IJF, einen Weltklasseathleten.
Doch von Anfang an:
Im ersten Kampf des Turniers konnte der 24-jährige Aiblinger Judoka seinen Gegner Justin Maat aus den Niederlanden aus dem Stand mit einem schönen Schulterwurf (Seoi Nage) werfen, womit er einen vorzeitigen Sieg erzielte und in Runde zwei kam.
Dort traf er auf den Franzosen Theo Raoul Hebrard. Auch dieser konnte im Stand mit einer sehenswerten Hüft-Wurftechnik (O Goshi) besiegt werden.
In Runde drei ging es gegen Sem Tack aus Belgien auf die Matte, den Weisser ebenfalls souverän schlagen konnte, diesmal mit einem krachenden Ausheber (Ura nage).
In der anschließenden Begegnung wartete ein deutscher Teamkollege, der Judoka Lino Dell Russo, auf Weisser – auch diesen konnte der Aiblinger klar besiegen, erneut mit einer schönen Wurftechnik (Sode tsuri komi goshi).
Im fünften Kampf stand Weisser dem Aserbaidschaner Tofiq Mammadov gegenüber, den er nach einem starken Übergang vom Stand in den Boden gegendrehen und anschließend mit einer Festhaltertechnik im Boden bezwingen konnte, womit er das Finale erreichte.
Lediglich im Endkampf – dem Wettstreit um die Plätze 1 und 2 – musste Patrick Weisser eine Niederlage durch einen Wurf seines Kontrahenten Yashar Najafov, AZE hinnehmen.
Das Resultat am Ende: Platz 2 und die Silbermedaille, ein sehr gutes Ergebnis in diesem starken, internationalen Teilnehmerfeld.
Patrick Weissers Trainer, der Brasilianer Felipe Kitadai – als Athlet 2012 selbst Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in London – war am Ende mehr als stolz auf seinen Schützling, ebenso die Deutschen Bundestrainer Marko Spittka und Udo Quellmalz. Letztere lobten den wiedererstarkten Bad Aiblinger Judoka für sein technisch schönes, vielseitiges und offensives Judo.
KSV-Vorstand und Vater Denis Weisser: „Es war ein toller Wettkampf in Visé – Patrick ist zurück – ich freue mich auf das nächste Turnier im slowenischen Ljubljana!“
Text: Lisa Buendowski und Denis Weisser
Bilder: KSV Bad Aibling